Creutzburg-Orgel in Duderstadt

Besuch an einer wahrhaft grandiosen Orgel

1733 bis 1735 baute Johannes Creutzburg in Duderstadt sein größtes Orgelwerk, das stilistisch zwischen norddeutscher und thüringischer Barocktradition changiert. Dieses Instrument wurde 2005-2006 von der Orgelbaufirma Eule restauriert und erklingt heute wieder in seinem barocken Glanz. Ich habe auch eine ganz besondere persönliche Verbindung zum Erbauer des Instruments entdeckt, denn Creutzburgs Tochter Elisabeth heiratete 1737 in Duderstadt dessen Gesellen Johann Michael Kahlert, deren gemeinsame Tochter Maria Catharina Elisabeth wiederum 1764 einen Georg Seebode ehelichte, der – wie es der Zufall so will – der Urgroßvater meines Urururgroßvaters ist.

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Registrierungskunst, Gravitas und Eleganz

Kritik zum Konzert von Balint Karosi an den Silbermann-Orgeln im Freiberger Dom am 3. August 2023

Nach dem Konzert bekam ich noch die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit Balint Karosi.

Donnerstag, 3. August 2023: Balint Karosi hat eben ein eineinhalbstündiges Orgelkonzert im Freiberger Dom beendet. Er sitzt vor den drei Manualen der historischen Silbermann-Orgel zu Freiberg, der Spieltisch kommt einem beengt vor, wie versenkt in den Sockel des Prospekts. Er sitzt da und stößt die Register nacheinander ab, einige Besucher sind rauf auf die Empore gekommen, um dem Amerikaner die Hand zu schütteln. Karosi dreht sich um, grinst: „Na, habt ihr es erkannt?“, fragt er. „Welche Zungen hab‘ ich im Trio verwendet?“ Wenn Besucher eines Orgelkonzerts anschließend knobeln können, welche Soloregister zur Verwendung kamen, muss es sich schon um wirklich ungewöhnliche Klangmischungen handeln. „Auf jeden Fall das Krummhorn am Oberwerk.“, befindet ein Zuhörer. Karosi lächelt: „Ja, aber die zweite?“ – Schweigen im Walde. – „Das Clarin 4‘ am Hauptwerk und ich habe alles einfach eine Oktave tiefer gespielt, damit die Lage wieder passt.“ Die Trompet 8‘ schien Karosi zu knallig, zu präsent gegenüber dem Krummhorn.

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Analyse von Beethovens Klaviertrio op. 1 Nr. 3 in c-moll – 1. Satz

Heute würde ich zwar eine Sonatenhauptsatzform nicht mehr so analysieren, wie ich das in diesem Video getan habe, aber trotzdem gefällt mir noch heute, wie ich damals nach Details gesucht habe und das „Besondere“ in Beethovens Klaviertrio-Satz herausarbeiten wollte.

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Oper wie sie sein sollte!

Kritik zu „Vergebliche Vorsicht“ und „List und oder Vernunft“ von Monsigny bei der Neuburger Kammeroper 2023

Startseite2023 • Neuburger Kammeroper (neuburger-kammeroper.de)

Die Kammeroper Neuburg kann man jedem Liebhaber des heiteren Opernfachs nur ans Herz legen. Die unglaublich direkte, fast scharfe Akustik des Opernhauses, die „volksnahe“ Darbietung der Stücke mit großzügigen Bearbeitungen der Rezitative und Übertragung ins Deutsche sowie die Glanzleistungen der schauspielenden Sängerinnen und Sänger erschaffen eine Atmosphäre, wie ich mir die kleinen Bühnen des 18. Jahrhunderts vorstelle.

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Die Machtübernahme des Claus Guth

Kritik zu Händels „Semele“ im Prinzregententheater am 25. Juli 2023

(Semele – Bayerische Staatsoper)

Das Auge ist des Menschen wichtigstes Sinnesorgan; wenn Gesehenes unsere Aufnahme bereits vollständig in Beschlag nimmt, welche Chance hat dann Gehörtes, noch zu uns durchzudringen? Musiktheaterkomponisten waren sich dessen sicher schmerzlich bewusst. Darum haben sie immer versucht, das Bühnengeschehen nicht zu mächtig werden lassen. Extremer Realismus, statische Handlungsfortspinnung, inhaltliche Passung zwischen Bühnengeschehen und Sujetgeschehen, der Rückgriff auf dem Publikum bekannte Stoffe. Diese Kunstgriffe halfen Komponisten gegen die Machtambitionen der parasitären Kollegen aus der Regie. Deren Nachfahren freilich haben diese Unterwürfigkeit längst verlernt, sie wollen eigenen Sinn in einer Opernhandlung erschaffen. In der Regel aber lassen sich ihre Konstruktionen nicht mit dem „echten“ Sujet vereinbaren und früher oder später kommt beim Zuschauer der Dekonstruktionsfrust auf.

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J. Brahms – Ballade g-moll op. 118 Nr. 3

Diese Aufnahme stammt wiederum aus der Corona-Zeit bei einem Konzert mit ganz wenigen Zuschauern. Ich wollte bewusst den Eindruck einer Live-Aufnahme wahren.

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Franz Liszt – Ungarische Rhapsodie Nr. 6

Diese Aufnahme habe ich recht aufwändig erstellt; ich konnte gute Mikrophone und den Rubinsteinsaal des alten Steinway-Hauses in München nutzen samt dem dortigen Flügel.

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