Am 15. Dezember habe ich die große Ehre, einen kleinen Vortrag im Forschungsseminar des Lehrstuhls für Lateinische Fachdidaktik von Prof. Dr. Markus Janka an der LMU halten zu dürfen. Ich werde auf die Rezeption des Amphitryon-Stoffes im Musiktheater eingehen.
Forschung
Auf dieser Seite möchte ich meine musikwissenschaftliche Arbeit beschreiben. Seit Beginn der Promotion 2023 habe ich schon einige spannende Entdeckungen machen dürfen und konnte sie auch in Fachkreisen vorstellen.
Recherche in Augsburg am 20. Oktober 2023
Am 20. Oktober 2023 war ich zur Archivrecherche bei Horst Vladar, dem Künstlerischen Leiter der Neuburger Kammeroper. Gegenstand meiner Nachforschungen waren natürlich Antikenopern, die in Neuburg zum Beispiel in den 80ern regelmäßig gegeben wurden. Im großen Archiv von Herrn Vladar schlummern Opernschätze, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt, da er für seine jährlichen Projekte immer eigene Ausgaben der Werke erstellt hat. Die Editionsarbeit, die er so im Laufe der Jahre geleistet hat, könnte eine eigene Bibliothek füllen.
Promotionsprojekt: Rezeption der antiken Komödie in der Oper
Seit Frühjahr 2023 habe ich die Gelegenheit, im Rahmen meines musikwissenschaftlichen Promotionsvorhabens, unbekannte komische Opern auszugraben und vielfältige Rezeptionsformen antiker Kultur und Literatur in der Welt des Musiktheaters zu erkunden. Ich (unter)suche im Wesentlichen musiktheatralische Werke, die als Vertonung, Adaption oder Schauspielmusik nach antiken Komödien von Aristophanes, Plautus und Terenz entstanden sind. Wer denkt, da gibts nicht viel herauszufinden, der irrt sich tatsächlich gewaltig.

Denn in der Tat findet sich eine ganze Reihe spannender Opern und Schauspielmusiken. Allerdings werde ich sozusagen aus „ermittlungstaktischen“ Gründen noch nicht viel Näheres verraten. Work in progress…

Johann Ludwig Krebs
Die Musik von Johann Ludwig Krebs hatte ich über die Orgel kennengelernt, erst später kam ich zu seiner Klaviermusik, die in meiner Zulassungsarbeit der Hauptgegenstand wurde. Um Missverständnissen vorzugreifen: Gemeint ist Klaviermusik im heutigen Sinn, also unter Ausschluss von Orgel- und Kammermusik. Mit meiner Zulassungsarbeit konnte ich als erster einen vertieften Blick auf einige unbekannte, aber hübsche und interessante Werke der Klaviermusik werfen. Eine weitere Forschungsfrage war das Verhältnis von Johann Ludwig Krebs zu den musikalischen Stilen und Strömungen seiner Zeit.
In der Zulassungsarbeit bin ich zum Teil traditionell vorgegangen, habe nach Gattungsgeschichte und musikalischen Topoi gefragt und auf Basis solcher Fragen Einzeluntersuchungen ausgewählter Klavierwerke vorgenommen.


Gleichzeitig ging ich einen empirischen Ansatz zur stilistischen beziehungsweise musikgeschichtlichen Zuordnung, den zu verfolgen besonders interessant für mich war und der methodisch neuartig (nicht nur) in der Forschung zu Johann Ludwig Krebs war.


Wessen Interesse nun geweckt sein sollte, der findet die vollständige Arbeit unter folgendem Downloadlink:
Und wie es bei ausgiebigen Recherchen so gehen kann, neue Perspektiven tun sich bisweilen nicht nur auf den eigenen Forschungsgegenstand sondern auch auf verwandte Gebiete auf. So entdeckte ich durch Zufall eine bis dahin im Krebs-WV nicht erfasste Violinsonate und setzte schließlich eine kleine Website auf, auf der ich meine Ergebnisse zum Werkbestand von Johann Ludwig Krebs niederlegte. Sie arbeitet als digitale Ergänzungsschrift zum Krebs-WV von Felix Friedrich.


Ich würde mich natürlich immer freuen, von neuen Entwicklungen und Erkenntnissen über den spannenden Komponisten Johann Ludwig Krebs zu hören…
„Amor und Psyche“ von Ludwig Abeille…

… ein wunderschöner alter Druck, der aber leider für meine Promotion doch nur von untergeordnetem Interesse ist.
